Hast du manchmal das Gefühl, dich nie entscheiden zu können? Hast du das Gefühl, dass sich dein Leben nicht richtig authentisch anfühlt? Dann lies unbedingt diesen Artikel!

Denn heute gehe ich darauf ein, wie wichtig es ist, die eigenen Werte zu kennen – und vor allem auch nach ihnen zu leben! Nur wenn wir uns eigenen Werte kennen, sind wir in der Lage, kraftvolle Entscheidungen zu treffen und unserem Leben die Richtung vorzugeben. Ansonsten bewegen wir uns wie ein Fähnchen im Wind.

In diesem Artikel erfährst Du, was man unter Werten versteht, wie du deine eigenen Werte findest und wie du sicherstellst, dass du dein Leben zukünftig im Einklang mit deinen Werten lebst.

1. Was versteht man unter persönlichen Werten?

Persönliche Werte sind unsere Überzeugungen und Einstellungen, nach denen wir uns – bewusst oder unbewusst – richten. Deine Werte beeinflussen, wie du dich entscheidest, wie du denkst und wonach du dein Leben ausrichtest. Sie sind die Motivation, aus der heraus du dich verhältst. Werte sind also unser Wegweiser für unser Verhalten.

Unter Werten versteht man den inneren Kompass, nach dem wir unser Leben ausrichten.

Werte können dich dabei unterstützen, deine eigene Vorstellung vom Leben sowie von dir selbst zu verwirklichen.

Zwei Beispiele:

Szenario 1: Du hast einen nervigen Kollegen, mit dem du öfters zusammenarbeiten musst.

Wenn dir der Wert Mitgefühl oder Barmherzigkeit wichtig ist und du danach dein Leben ausrichtest, dann wirst du vielleicht versuchen zu erfahren, wieso sich der Kollege so komisch verhält, ob er vielleicht private Probleme hat. Denn als mitfühlender Mensch weißt du: Hurt people hurt people. Wenn ein anderer Arbeitskollege mit dir über ihn lästern möchte, wirst du diesem Kollegen zu verstehen geben, dass du für so ein Gespräch nicht bereitstehst, da es nicht mitfühlend wäre.

Gehst du auf so ein Gespräch ein oder verhältst du dich dem nervigen Kollegen gegenüber unfreundlich, dann wirst du dich wahrscheinlich nicht gut dabei fühlen. Anders als wenn dieser Wert nicht so präsent ist bei dir.

Szenario 2: Du hast ein tolles Job-Angebot bekommen, müsstest dafür aber von deinem Freund/deiner Familie wegziehen.

Wenn dir der Wert Familie, Heimat oder Liebe wichtig ist und du dir dessen bewusst bist, dann fällt es dir leicht, hier eine Entscheidung zu treffen: Du lehnst den Job ab und bleibst bei deiner Familie/bei deinem Freund. Anders als wenn für dich der Wert Abenteuer oder Karriere relevanter ist: Dann solltest du den Job natürlich annehmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass deine Werte Eigenschaften von dir sind, die du als wichtig und wertvoll einschätzt und nach denen du dein Leben ausrichten willst.

 2. Warum ist es so wichtig, die eigenen Werte zu kennen?

Ich möchte noch kurz ein paar Worte verlieren, warum es so wichtig ist, die eigenen Werte genau zu kennen. Meiner Meinung nach ist das eine der zentralen Voraussetzungen, um sich ein authentisches Leben zu erschaffen, das sich für dich (und nur für dich) richtig und wertvoll anfühlt.

Nach der Positiven Psychologie gibt es zwei Glücksarten: Das Wohlfühlglück und das Werteglück. Unter dem Wohlfühlglück versteht man die Lebensfreude, also solche Momente, in denen wir glücklich sind und das Leben genießen. Zum Beispiel wenn du mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon sitzt und den Sonnenschein genießt. Oder in der Stadt bummeln gehst. Oder wenn du den Sonnenuntergang über dem Meer beobachtest und einfach nur glücklich bist, am Leben zu sein. Das Wohlfühlglück spielt eine wichtige Rolle für unsere Zufriedenheit.

Mindestens genauso wichtig ist aber auch das sogenannte Werteglück. Du bist „werteglücklich“, wenn du dein Leben nach deinen Werten ausrichtest. Wenn du also Dinge tust und dafür einstehst, die sich für dich wertvoll und wichtig anfühlen.

 

Wenn du deine eigenen persönlichen Werte kennst, kannst du dir ein authentisches Leben erschaffen

Werteglück entsteht, wenn du mit dir im Reinen bist und du dich nach deinen inneren Maßstäben orientierst. Dann lässt du dich nicht mehr so leicht von außen beeinflussen oder Sachen tun, die du eigentlich gar nicht machen willst. Bei schwierigen Entscheidungen können deine Werte deine Leitplanken sein, die dich mutig deinen authentischen Weg gehen lassen.

Um nochmal auf die zwei Szenarien von oben zurückzugreifen: Orientieren wir uns bei wichtigen Entscheidungen und bei seinem Verhalten nicht nach unseren Werten, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass wir uns gestresst fühlen, weil unsere Werte mit den Dingen, die wir tatsächlich tun, in Konflikt stehen.

Nehmen wir den Job an, obwohl uns der Wert Familie sehr wichtig ist, wir uns aber nicht darüber bewusst sind, wird sich unser Leben – richtig – unauthentisch anfühlen. Lästern wir über einen Kollegen, obwohl uns Barmherzigkeit gegenüber unseren Mitmenschen wichtig ist, wird sich das für uns falsch anfühlen.

 3. Wie findest du deine Werte?

Wir haben gelernt: Werte sind wichtig. Aber wie findest du nun heraus, nach welchen Werten du dein Leben ausrichten möchtest? Das zeige ich Dir nun!

Schritt 1: Selbstreflexion

Im ersten Schritt hilft es, sich folgende selbstreflektierende Fragen zu stellen:

  • Was ist dir im Leben und im Umgang mit anderen Menschen wichtig?
  • Was macht dich wütend?
  • Was macht dich glücklich?
  • Was würdest du in der Welt gerne ändern, wenn du könntest?
  • Worauf bist du stolz?
  • Was ist dir bei einer Freundschaft oder bei einer Beziehung wichtig?
  • Wovon bist du überzeugt?
  • Welche Charaktereigenschaften magst du an dir und an anderen Personen?

Versuche, die Fragen wirklich ehrlich zu beantworten. Es geht darum herauszufinden, was Dir wichtig ist. Vergleiche dich dabei nicht mit anderen und versuche auch nicht, etwas zu beschönigen. Es geht bei dieser Übung nicht darum, jemanden zu gefallen oder gesellschaftliche Normen einzuhalten. Werte, die du nur lebst, um anderen zu gefallen, helfen dir verständlicher Weise nicht dabei, dir ein Leben aufzubauen, das sich für dich richtig anfühlt.

Sei also authentisch! 😊

Hast du die Fragen beantwortet, versuche, von deinen Antworten 10-20 Werte abzuleiten. Fällt dir das schwer, findest du hier eine Liste mit Werten. Suche dir dann Werte heraus, die mit dir korrespondieren, die dein Herz berühren. Du solltest aber erst versuchen, mithilfe deiner Antworten auf deine Werte zu kommen. Falls das nicht klappt, kannst du auf die Liste zurückgreifen.

 

Schritt 2: Finde deine Top 8

Im zweiten Step geht es darum, aus deiner eigenen Werte-Liste dein Top 8 herauszufinden. Was sind die acht Werte, die für dich persönlich am wichtigsten und wertvollsten sind? Hast du deine acht Werte gefunden, sortiere sie nach dem Grad der Wichtigkeit (also Platz 1: am aller-aller-allerwichtigsten, z.B. Wertschätzung, Platz 8: wichtig, z.B. Abenteuer).

Helfen kann dabei eine Übung von „Ein guter Plan“: Dabei fängst du mit dem ersten Wert auf deiner Liste an und wägst ihn gegen deine anderen Werte ab. Also zum Beispiel: Ist dir Abenteuer oder Familie wichtiger? Wenn dir Abenteuer wichtiger ist, dann markierst du diesen Wert und gehst weiter zum nächsten Wert, also zum Beispiel die Liebe. Dann fragst du dich wieder: Abenteuer oder Liebe? Wenn dir der Wert Liebe wichtiger ist als ein abenteuerreiches Leben zu haben, dann markierst du diesen Wert und machst dann weiter mit dem Wert Liebe (also beispielsweise Liebe oder Barmherzigkeit? Liebe oder Glaube? etc.)

Wenn du damit fertig bist, suche dir die 8 Werte mit den meisten Markierungen heraus. Das ist dann deine ganz persönliche Top 8!

Schritt 3: Was genau bedeutet jeder einzelne deiner 8 Werte konkret für dich?

Im dritten Schritt gilt es, jedem deiner acht Werte eine Bedeutung zu geben. Definiere für jeden Wert genau, was er für dich bedeutet. Was bedeutet Abenteuer genau für dich? Zu reisen? Häufig den Job zu wechseln? Was bedeutet Vertrauen für dich? Oder Gerechtigkeit?

Zum Beispiel könnte Erfolg für dich bedeuten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Vertrauen könnte für dich bedeuten, daran zu glauben, dass das Gute passieren wird.

Notiere dir nun deine persönliche Definition.

Diese hilft dir, dein Leben noch genauer nach deinen acht Werten auszurichten. Denn nun weißt du ja ganz konkret, was die Werte für dich bedeuten.

Optional: Schritt 4: Rad der Werte

Optional kannst du dir nun mithilfe des Rads der Werte ansehen, wie erfüllt du dich in jedem einzelnen Wert im Moment fühlst. Dafür zeichnest du mit einem Zirkel oder mit einem Stift (nimm dir gerne einen kleinen Blumentopf, ein Glas oder Ähnliches zur Hilfe) einen Kreis auf ein Blatt Papier. Dann unterteilst du diesen Kreis in acht Kuchenstücke und schreibst deine vorherig bestimmten acht Werte darüber.

Im nächsten Schritt malst du die Küchenstücke dementsprechend, wie erfüllst du dich zum Beispiel bei deinem Wert Abenteuer momentan fühlst. Wenn dein Leben sich für dich eher weniger abenteuerlich anfühlt, dann malst du vielleicht nur ein Drittel des Kuchenstücks aus. Bei dem Wert Gesundheit fühlst du dich gerade sehr erfüllt, deshalb malst du es ganz oder fast ganz aus.

Alles klar?! 😊

Das Rad der Werte hilft dir, darüber bewusst zu werden, bei welchen Werten du dich noch unerfüllt fühlst. Wo ist noch Luft nach oben? Dieser Schritt der Bewusstwerdung ist besonders wichtig, denn: Nur wenn wir uns über etwas bewusst werden, können wir es auch ändern.

Schritt 5: Was ist dein Hebelwert?

Im fünften und letzten Schritt finden wir gemeinsam heraus, was dein sogenannter Hebelwert ist. Bei einem Hebelwert handelt es sich um einen Wert, der auf alle anderen deiner acht Werte eine positive Auswirkung hätte, sobald er voll erfüllt ist.

Frage dich also: Welcher Wert würde sich positiv auf deine anderen sieben Werte auswirken, wenn bei ihm das Kuchenstück voll ausgemalt wäre?

Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich: Würdest du dich nur um die Erfüllung dieses einen Werts richten, hätte das einen positiven Effekt auf all deine anderen Werte – und damit auf deine innere Zufriedenheit und dein Werteglück.

4. Wie man sein Leben nach den eigenen Werten ausrichtet

Nun möchte ich noch darauf eingehen, wie man sein Leben nach den eigenen Werten ausrichtet. Wie gesagt, kannst du dich am Anfang der Einfachkeit halber nur um deinen Hebelwert kümmern. Flowt dieser Bereich, kannst du dich dann auch um deine anderen Werte kümmern und aktiv dein Leben danach ausrichten.

Aber wie geht das nun?

Suche dir für jeden deiner acht Werte fünf Möglichkeiten heraus, wie du sie in deinen Alltag einbauen bzw. verwirklichen kannst. Ist dir zum Beispiel Abenteuer wichtig, versuche vielleicht, mal einen anderen Arbeitsweg zu nehmen. Oder reise in ein fernes Land, in dem du noch nie warst. Oder führe dich selbst zum Essen aus.

    • Ist dir der Wert Familie wichtig, achte darauf, dass du dir genügend Zeit mit deinen Liebsten verbringst. Zeige ihnen, dass sie dir wichtig sind.
    • Ist einer deiner Werte Lebensfreude, dann mach zum Beispiel ein Happy Dance Workout von Pamela Reif. Oder höre laut Musik, die dein Herz und deine Beine zum Springen bringen.

Es gibt viele Möglichkeiten, es ist nur wichtig, dass sie sich für dich richtig und authentisch anfühlen!

Mach es dir auch zur Gewohnheit, im wieder gegenzuchecken, ob du im Einklang mit deinen Werten lebst. Außerdem solltest du bei Entscheidungen auf jeden Fall deine Werte miteinbeziehen und dich fragen, welche Entscheidung ihnen gerecht wird.
Was sind eure Werte? Erzählt es mir in den Kommentaren! Ich bin gespannt! 😉
Bild: Fuu J, unsplash.com

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