Meine liebe Freundin Sonja, die ich bei dem fantastischen Coaching von Alica Preetz kennengelernt habe, hat vor ein paar Jahren die Diagnose „Chronisches Erschöpfungssyndrom“ erhalten. In diesem Artikel beschreibt sie, wie es zu dieser Diagnose kam, was sie daraus gelernt hat und wie sie es geschafft hat, nun die tiefenentspannte, lebensfrohe Sonja zu sein, die ich kennenlernen durfte.

Du solltest diesen Artikel lesen, wenn du

…stets erschöpft und müde von der Arbeit bist.

…Dich nicht mehr entspannen kannst und ständig an deine langen To Do-Listen denken musst.

…Du keine innere Erfüllung bei deinem Beruf verspürst.

…von vielen Selbstzweifeln und Sorgen geplagt wirst.

 

Viel Spaß beim Lesen! 😊

Ich würde dir jetzt gerne sagen können, dass ich eines Morgens von der Sonne geküsst mit einem Lächeln im Gesicht aufgewacht bin und die wertvolle Erkenntnis hatte, dass ich etwas in meinem Leben für mein Glück ändern möchte und es einfach getan habe.

Du ahnst es aber wahrscheinlich schon: Ganz so leicht war es nicht.

Vielleicht hast du schon mal den Spruch gehört „Das Leben gibt dir immer die gleiche Aufgabe, bis du sie löst.“ und mein Leben hat sich wirklich die allergrößte Mühe gegeben, mich immer wieder durch kleine Hinweise an meine Aufgabe zu erinnern, mir ein wirklich erfülltes und glückliches Leben ganz nach meinen Wünschen und Bedürfnisse zu erschaffen. Jedoch war ich eine Meisterin darin, jeden einzelnen Hinweis zu ignorieren und mit sehr hohen Erwartungen an mich einfach immer weiter zu machen, ohne dabei ein konkretes Ziel zu verfolgen.

An dieser Stelle möchte ich gerne eine kleine Zeitreise mit dir machen.

Wie es zur Diagnose „Chronisches Erschöpfungssyndrom“ kam

Ich hatte mit 21 Jahren Anfang 2016 meine Ausbildung zur „Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation Internationales Wirtschaftsmanagement“ in einem mittelständischen Familienunternehmen abgeschlossen. Ein halbes Jahr zuvor startete der Übernahmeprozess von uns Auszubildenden, d.h. wir durften unsere erste feste Stelle für den Berufseinstieg finden. Ich kann mich noch sehr gut an den glücklichen Tag erinnern, als ich die Zusage für meine Wunschstelle im Event Management bekommen habe. Event Management klang für mich nach Abenteuer und Wachstum außerhalb meiner Komfortzone. Vielleicht würde ich sogar die beste Zeit meines Lebens haben?
Insgeheim dachte ich zudem, dass Event Management irgendwie attraktiv klingt und mich in ein besseres Licht rücken würde. Warum ich diesen Gedanken hatte und ob mich ein Job überhaupt zu einem „besseren“ Menschen machen könne, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht hinterfragt.

Die ersten beiden Jahre vergingen wie im Flug. Ich arbeitete in einem wundervollen Team voller inspirierender Frauen, die zu Freundinnen wurden. Ich lernte viel, wuchs über mich hinaus und fand Anerkennung, indem mir immer mehr Verantwortung übertragen wurde. Zu meinen Lieblingsmomenten, die mir noch heute ein Lächeln ins Gesicht zaubern, zählen die vielen schönen Teamabende, die ich mit meinen Kolleginnen verbracht habe, ein Abend ihm Rahmen eines Events bei StrandPauli in meiner Lieblingsstadt Hamburg und ganz besonders einer der schönsten Sonnenuntergänge auf der Aussichtsplattform des Sky Gardens in London, ebenfalls im Rahmen eines Events.

Klingt nach beruflicher Erfüllung oder was meinst du?

Meine Zwangspause

Anfang 2018 begann meine selbst erbaute Fassade jedoch zu bröckeln und ich spürte, dass ich mit jedem Tag mehr an meine Grenzen stieß. Trotzdem habe ich es zu diesem Zeitpunkt nicht zugelassen.

So bin ich jeden Tag weiter ins Büro gegangen, begleitet von vielen Selbstzweifeln und der Sorge, einfach nicht gut genug zu sein.
Mein Alltag bestand zum Großteil nur noch aus Arbeiten und auch nach Feierabend konnte ich nicht mehr richtig abschalten. Ich träumte oft von meiner Arbeit und hatte zur Sicherheit immer eine To Do Liste neben meinem Bett liegen, falls mir nachts mal wieder etwas Wichtiges eingefallen ist.
Ich machte immer seltener Mittagspausen und kam abends total erschöpft nach Hause. Wenn ich mich mit Freunden traf, war ich gedanklich immer mehr bei der Arbeit als wirklich bei ihnen im Hier und Jetzt.

Aufgewacht bin ich dann im Oktober 2018. Zuvor hatte ich meinen lang ersehnten Urlaub, von dem ich mir die dringend benötigte Erholung und Kraft für viele weitere Events versprochen hatte. Stattdessen hatte ich aber so starke Zahnschmerzen, sodass mich mein Weg mehr oder weniger direkt vom Flughafen zum Zahnarzt meines Vertrauens geführt hat. Wie befürchtet, waren es meine Weisheitszähne, die die Schmerzen verursacht haben.

Zugegeben war die Information für mich nicht neu, dass ich mir Zeit für eine Weisheitszahn OP nehmen sollte aber wie du dir sicher schon denken kannst, war es bislang auf Grund meiner Arbeit einfach zeitlich ungünstig und ich konnte ja auf keinen Fall unnötig ausfallen. Ich hatte mit meinem Arzt noch versucht zu verhandeln, ob wir die OP nicht vielleicht mit Hilfe von Schmerzmitteln auf Anfang Dezember verschieben könnten. Da wären die meisten Events für das Jahr erledigt und für mich definitiv der bessere Zeitpunkt. Darauf hat sich mein Arzt natürlich nicht eingelassen und ich ergab mich meinem Schicksal.

So fand ich mich wenige Tage später bei meinem Zahnarzt wieder und so komisch das jetzt vielleicht klingt: Nach der kleinen OP und der Zeit zum Gesundwerden zu Hause war ich nicht mehr in der Lage einfach so weiter zu machen.

Es war unvorstellbar für mich, nach meiner Krankschreibung wieder zur Arbeit zu gehen. Ich war wie gelähmt, ich hatte einfach nur noch Angst und keine Energie mehr.

Vielleicht haben mein Körper und vor allem meine Seele diese Zwangspause genutzt, um mir zeigen, dass ich jetzt etwas ändern muss.

Es war Zeit, meine Aufgabe anzunehmen, um mich und meine Bedürfnisse besser kennenzulernen und mir Schritt für Schritt ein Leben zu erschaffen, das zu mir passt.

Damit du was aus meinen Erfahrungen für dich mitnehmen kannst, möchte ich meine wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen:

Sei ehrlich zu dir selbst

Für mich war nun der Tag gekommen, an dem ich eingestehen musste, dass mein Leben, so wie es war, nicht mehr weitergehen konnte.

Das hat mich viel Kraft und viele Tränen gekostet.

Im ersten Moment war ich einfach nur überfordert, weil ich noch keine Lösung gesehen habe und gleichzeitig hat sich durch die Ehrlichkeit zu mir selbst plötzlich das Gefühl von großer Erleichterung in mir ausgebreitet.

Ich musste meine selbst auferlegte Rolle nicht mehr ausfüllen und damit fiel bereits eine riesen Last von mir ab und ich spürte neue Energie in mir frei werden.

Sei ehrlich zu anderen

Da ich zu diesem Zeitpunkt leider wirklich nicht mehr in der Lage war, in meine Abteilung zurückzugehen, musste und wollte ich zu meiner Familie, meinen Freunden meinem Arzt und meinem Arbeitgeber ehrlich sein und musste nicht nur mir gegenüber, sondern auch anderen gegenüber eingestehen, dass ich an meine Grenzen gestoßen war.

Ich erinnere mich noch gut an mein schlechtes Gewissen, mit welchem ich zu meinem Arzt gegangen bin, weil ich meiner Meinung nach keine sichtbare Symptome wie z.B. bei einer Grippe hatte und ich ging davon aus, dass ich vielleicht maximal eine halbe Woche „krank geschrieben“ werden würde. Ich wusste gar nicht, was ich meinem Arzt eigentlich sagen sollte und hatte große Sorge, dass er meine Beschreibungen sicher als lächerlich einstufen würde.

Zu meiner Überraschung war er sehr verständnisvoll und sagte sogar, dass ich ruhig schon früher zu ihm hätte kommen können.
Ich bekam meine „Arbeitsunfähigkeits-bescheinigung“ (irgendwie ging es mir auch schon ein bisschen besser, als ich realisiert habe, dass man nicht „krank“ sondern „arbeitsunfähig“ geschrieben wird und das war ich zu diesem Zeitpunkt ja wirklich) und gemeinsam arbeiteten wir in den nächsten Wochen an einer Lösung für mich.

Lass dir helfen

Es war für mich anfänglich wirklich schwer, mir vor anderen meine Schwäche einzugestehen und zuzugeben, dass ich gescheitert bin. Denn so fühlte es sich zunächst für mich an.

Letztlich war das aber der entscheidende und wichtige Schritt, um mir helfen zu lassen.

Ich bin ungern eine Last für andere, aber ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die einem wirklich gerne helfen und dass man nicht alles alleine schaffen muss.
Ich hatte gute Gespräche mit meinen Freunden und meiner Familie oder habe mit ihnen einfach eine entspannte Zeit verbracht, um Kraft zu sammeln und das tat mir sehr gut.

 

Ich machte die schöne Erfahrung, immer noch geliebt zu werden – auch wenn ich einmal nicht funktionierte.

Gleichzeitig wollte ich aber auch herausfinden, wie es so weit kommen konnte und habe mit Hilfe von einer Therapeutin daran gearbeitet, meine destruktiven (Gedanken-)Muster aufzulösen und den Fokus auf einen positiven, mir selbst gegenüber wertschätzenden inneren Dialog zu richten.

Fang an, dich um dich selbst zu kümmern und genieße dein Leben

Parallel bin ich durch Podcasts und Bücher in die Welt der Persönlichkeitsentwicklung eingetaucht. Diese Welt war für mich gleichermaßen neu wie faszinierend.

Meine bisherige Wahrheit war geprägt von wahrscheinlich weit verbreiteten aber leider auch wenig kraftvollen Glaubenssätzen wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss funktionieren“ oder auch „Nur durch Anstrengung kann ich gute Ergebnisse erzielen“.

Ich konnte es gar nicht fassen, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich um sich selbst, seine mentale Gesundheit und seinen Körper gut zu kümmern.

Für mich war auch die Verknüpfung vollkommen neu und überraschend, dass man am Ende nicht nur glücklicher, sondern auch noch erfolgreicher sein solle, wenn man sich selbst zur eigenen Priorität macht.

Ich war wirklich skeptisch am Anfang aber gleichzeitig klang das so vielversprechend für mich.
So habe ich mir mit jedem Tag mehr erlaubt, mir etwas Gutes zu tun wie z.B. Yoga zu machen, ein paar Seiten in einem Buch in Ruhe zu lesen, mir selbst ein leckeres und gesundes Essen zu kochen und gesehen und gefühlt, wie leicht das Leben sein kann.

 Wende den Blick nach vorne und gestalte dein Leben

Es gab natürlich immer mal wieder Momente, in denen ich mich noch selbst verurteilt habe und mich nach wie vor gefragt habe „Wie konnte es so weit kommen?“, „Warum habe ich meine eigenen Grenzen nicht früher gesehen?“.

Letztlich habe ich aber auch gelernt, mir diese Umstände selbst zu verziehen und diese Krise als Chance zu begreifen, um nach vorne zu blicken und die für mich passenden Rahmenbedingungen in meinem Leben zu schaffen.

In meinem Fall waren das vor allem drei Bereiche, die ich neu gestaltet habe:

1) Meine Arbeitsstelle

Auch wenn es anfänglich schwer fiel, mich wirklich vom Event Management und den damit verbundenen Hoffnungen zu verabschieden, so habe ich trotzdem gespürt, dass dies der erste Schritt in die für mich richtige Richtung ist.

So bin ich in meinem Unternehmen intern in den Finanzbereich gewechselt. Das klingt natürlich weniger aufregend und sexy, aber ermöglichte mir regelmäßige und planbare Arbeitszeiten und damit die Basis für mein entspanntes Leben.

Seitdem ich in diesem Bereich arbeite, ist für mich mein Arbeits- und Privatleben wieder eindeutig getrennt, ich wache jeden Morgen erholt auf und habe genug Energie für mich sowie meine Freunde und Familie.

 

2) Meine Freizeitgestaltung

Vor meiner Krise habe ich jede Einladung angenommen und habe mich nie gefragt, ob mir jede dieser Verabredungen gerade guttut. Ich habe ja immer bei „den anderen“ gesehen, wie viel Spaß sie mit ihren voll gepackten privaten Terminkalendern haben und habe vorausgesetzt, dass dies bei mir auch so sein muss.

Während meiner Krise habe ich mich dann nochmal besser kennen gelernt. Mir war zwar vorher schon bewusst, dass ich introvertiert und sehr sensibel bin aber ich habe mich nie damit befasst, welche Bedürfnisse sich daraus für mich ableiten lassen.

Mir ist bewusst geworden, dass ich als introvertierter und sensibler Mensch auch Zeiten ganz für mich alleine brauche. Dieses Gefühl hatte ich natürlich auch zuvor immer mal wieder in meinem Alltag, aber habe mir dies nicht erlaubt und mich stattdessen mit überwiegend extrovertierten Personen verglichen.

So habe ich mich herausgefunden, dass mir soziale Kontakte an 3-4 Abenden die Woche gut tun und dass ich die anderen Abende für mich alleine brauche. Das ermöglich mir, die für mich vielen Eindrücke zu verarbeiten und wieder Energie für neue Begegnungen aufzuladen. Das bedeutet auch mal „Nein“ zu sagen und Grenzen zu setzen.

Glücklicherweise durfte ich aber auch hier die positive Erfahrung machen, dass all meine Sorgen unbegründet waren. Die Menschen, die dich wirklich lieben und wertschätzen, werden dir das nicht übelnehmen. Im Gegenteil, sie erkennen dies an und schätzen die gemeinsame Zeit dann noch mehr.

 

3) Mehr Struktur im Alltag

Ich habe für mich erkannt, dass mir eine fehlende Struktur im Alltag Energie raubt, ich dann immer tausend Sachen im Kopf habe und dadurch innerlich sehr unruhig werde.

Damit dies nicht mehr so ist, habe ich mir mein Organisationstalent zunutze gemacht und habe seit vielen Jahren einen Kalender, mit dem ich zum einen meine Woche gut planen kann und zum anderen auch nochmal jeden Morgen meine To Dos für den Tag entsprechend meiner Kapazitäten notiere.

Das erleichtert mir, nicht nur meine Zeit, sondern auch meine Energie zu managen.
Wenn mir mein Körper signalisiert, dass ich neue Kraft benötige, plane ich mir zudem auch hierfür bewusst Auszeiten ein und lebe so viel leichter und entspannter.

 

Ich hoffe, dass du anhand meiner Erfahrungen und Erkenntnisse etwas für dich mitnehmen kannst und ich wünsche dir von Herzen, dass du dir erlaubst, deine Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen, dich von vermeintlichen Erwartungen anderer befreist und dein Wunschleben mit Freude und Leichtigkeit gestalten wirst!

 

Deine Sonja

Über Sonja

Über Sonja

 

Ich bin Sonja – eine feinfühlige Fische-Frau mit unzähligen Gedanken im Kopf und starken Gefühlen im Herzen. Außerdem Frühaufsteherin, Genießerin und ein kreatives Organisationstalent.
Ich bin 28 Jahre alt und zu Hause in der Nähe von Stuttgart, umgeben von Wald und Weinbergen.
Ich habe ständig Sehnsucht nach meiner Lieblingsinsel Sylt. Denn das Meeresrauschen, die grenzenlose Weite und stundenlange Strandspaziergänge sind für mich pures Glück.
Das friesische Sprichwort „Rüm hart, klaar kiming“ begleitet mich seit vielen Jahren. Es bedeutet „Weites Herz, klarer Horizont“ und erinnert mich immer wieder daran, was für mich wirklich im Leben zählt. 😊

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